Wie ich aufgehört habe, pleite zu sein: Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und die Geld-Denkweise, die alles verändert hat

Ich will ehrlich sein: Pleite zu sein fühlt sich furchtbar an. Es ist, als würde man mit Bleischuhen schwimmen – besonders, wenn Familie oder Mitarbeiter auf einen angewiesen sind. Jahrelang habe ich Pech, schlechtes Timing oder ein Universum, das es scheinbar auf mich abgesehen hatte, dafür verantwortlich gemacht.
Mit der Zeit wurde mir etwas Unangenehmes klar: Die meisten meiner Geldprobleme hatten überhaupt nichts mit Glück zu tun. In eine wohlhabende Familie hineingeboren zu werden, hilft natürlich, aber auch viele Reiche gehen pleite. Der eigentliche Unterschied liegt darin, wie wir mit Geld umgehen. Eine kleine Veränderung in meiner Denkweise hat für mich alles verändert.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Vermögenswert bringt Ihnen Geld ein. Eine Verbindlichkeit kostet Sie Geld. Einkommen allein macht Sie nicht reich, denn Ihre Gewohnheiten entscheiden, was Ihnen bleibt. Prüfen Sie Ihren Cashflow, streichen Sie, was Sie belastet, vermeiden Sie teure Schulden und bauen Sie Schritt für Schritt ertragbringende Vermögenswerte auf.
Vermögenswerte vs. Verbindlichkeiten: die einfachste Definition
Früher dachte ich, Vermögenswerte seien „Dinge, die ich besitze“, und Verbindlichkeiten „Dinge, die ich schulde“. Dann bin ich auf eine weit nützlichere Definition gestoßen:
Vermögenswert |
Verbindlichkeit | |
Was er bzw. sie bewirkt |
Bringt Geld in Ihre Tasche |
Nimmt Geld aus Ihrer Tasche |
Beispiele |
Mietimmobilie, Dividendenaktien, ETFs, Anleihen, ein profitables Unternehmen, Lizenzeinnahmen |
Kreditkartenschulden, Autokredite, eine teure Wohnung, ungenutzte Abos |
Im Lauf der Zeit |
Wächst meist oder zahlt Ihnen etwas |
Verliert meist an Wert oder kostet Sie Geld |
Stellen Sie sich bei jeder größeren Anschaffung diese Frage: „Wird das mein Geld vermehren oder aufzehren?“
Wie sich meine Einstellung zu Geld verändert hat
In meinen ersten Semestern an der Uni bin ich wie viele meiner Kommilitonen ins Unternehmertum eingestiegen. In einem postkommunistischen Land war es nicht üblich, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Der Funke kam aus der klischeehaftesten Quelle überhaupt: Rich Dad Poor Dad von Robert Kiyosaki.
Ich studierte Wirtschaftswissenschaften, doch die Uni bereitete uns vor allem darauf vor, solide Angestellte im Unternehmen eines anderen zu werden. Niemand brachte uns bei, wie man selbst eines aufbaut oder in eines investiert. Dieses Buch zeigte mir zwei sehr unterschiedliche Denkweisen:
- Der Vermögensaufbauer fragt: „Wird das mein Geld vermehren oder aufzehren?“
- Der Geldverbraucher sagt: „Ich habe dieses Auto, diese Wohnung, diesen Urlaub verdient …“
Als ich den Unterschied einmal erkannt hatte, konnte ich ihn nicht mehr übersehen.
Warum auch Gutverdiener pleitegehen

Jedes Jahr lesen wir von Sportlern, Lottogewinnern und Prominenten, die Millionen verdient haben und am Ende bankrott waren. Ihr Problem war nie das Einkommen. Es war ein Lebensstil, der schneller wuchs als das Einkommen, Verbindlichkeiten, die als Statussymbole getarnt waren, und kein System zum Aufbau von Vermögenswerten.
Ein hohes Gehalt macht Sie nicht reich. Was Sie behalten und investieren, schon.
Das Gegenteil: die Gewohnheiten von Warren Buffett

- Er kaufte seine erste Aktie mit 11 Jahren.
- Er wurde Anfang 30 zum Millionär, vor allem durch Sparen und Investieren statt durch Ausgeben.
- Er wohnt noch immer in dem Haus in Omaha, das er 1958 für 31.500 $ gekauft hat.
Nur wenige von uns werden wie er 1988 Coca-Cola-Aktien kaufen. Die Lektion besteht nicht darin, seine Käufe zu kopieren. Sondern darin zu erkennen, wie weit Sie gesunde Gewohnheiten plus Zeit bringen können.
Verbindlichkeiten: Worauf Sie achten sollten
Eine Verbindlichkeit ist eine Verpflichtung, die Sie künftig bezahlen müssen, etwa geliehenes Geld oder laufende Kosten.
- Kreditkarten: hochverzinste Schulden, bei denen der Zinseszins gegen Sie arbeitet.
- Privat- und Konsumkredite: ein stiller, ständiger Abfluss aus Ihrem Cashflow.
- Autokredite: Das Auto verliert jedes Jahr an Wert, während die Raten weiterlaufen.
- Hypotheken: Ein Eigenheim kann zum Vermögenswert werden, doch die Hypothek bleibt eine Verbindlichkeit, bis sie abbezahlt ist.
Nicht alle Schulden sind schlecht. Schulden, die einen ertragbringenden Vermögenswert finanzieren, können sinnvoll sein. Ungeplante oder übermäßige Schulden sind es, die Vermögen zerstören.
Vermögenswerte: Was Sie aufbauen sollten
Ein Vermögenswert ist etwas, das Sie besitzen und das Geld einbringt oder dauerhaften Wert bietet.
- Aktien und ETFs: gewinnen an Wert und zahlen eventuell Dividenden. Siehe unseren ETF-Ratgeber.
- Anleihen und P2P-Kredite: zahlen regelmäßig Zinsen, mit jeweils eigenen Risiken.
- Immobilien: Mieteinnahmen plus mögliches langfristiges Wachstum.
- Ein Unternehmen oder Nebenerwerb: Cashflow, den Sie selbst schaffen.
- Geistiges Eigentum: Bücher, Kurse, Designs oder digitale Produkte, die Lizenzeinnahmen bringen.

Kann eine Verbindlichkeit zum Vermögenswert werden? Die Geschichte meines Autos
Vor einigen Jahren arbeitete ich bei einer Immobilienagentur in Sofia. Der bulgarische Immobilienmarkt ist kaum reguliert, und das Umfeld zehrte emotional an mir. Ich machte weiter, weil sich Aufhören wie Versagen anfühlte: „Ich muss in allem gut sein.“
Eines Tages sah mich meine Mutter während eines Videoanrufs an und sagte: „Deni, du siehst nicht gut aus. Warum denkst du nicht darüber nach, den Job zu wechseln?“ Diese Worte, mit echter Sorge ausgesprochen, waren der Anstoß, den ich brauchte. Am nächsten Tag kündigte ich. Ich war so glücklich.
Es gab nur ein Problem: Ich hatte keine Ersparnisse. Meine Freundin und ich wohnten in einer schönen, aber teuren Wohnung – eine große Verbindlichkeit und ein für mich ungewöhnlicher Fehler. Ich verschickte Lebensläufe und Anschreiben. Niemand rief an. Der Tag, an dem die Miete fällig war, rückte näher.
Der einzige Weg, den ich fand, um sofort Geld zu verdienen, war mein Auto. Ich fing an, für einen Fahrdienst zu fahren. Ein günstiges Auto mit günstigem Sprit zahlte meine Miete und Rechnungen und gab mir die Freiheit, diesen Blog zu starten.
Mein Auto wurde von einer Verbindlichkeit zu einem Vermögenswert. Es ist eine Frage der Perspektive und der Kreativität. Bevor Sie etwas, das Sie besitzen, als Last betrachten, fragen Sie sich, ob es stattdessen Geld verdienen könnte: ein freies Zimmer, Werkzeug, Ausrüstung oder eine Fähigkeit.
Ihr 6-Schritte-Plan, um nicht mehr pleite zu sein
- Machen Sie einen Finanz-Check. Listen Sie Ihre Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Ihren monatlichen Cashflow auf, also Einnahmen minus Ausgaben.
- Stopfen Sie die Löcher. Kündigen Sie ungenutzte Abos, verkaufen Sie Dinge, die Sie nicht nutzen, und hören Sie mit Zeitverschwendung auf.
- Bauen Sie einen Notgroschen auf. Beginnen Sie mit einem Monat an Ausgaben und erweitern Sie ihn dann auf 3–6 Monate.
- Tilgen Sie teure Schulden. Zahlen Sie zuerst die Schulden mit den höchsten Zinsen ab.
- Investieren Sie in ertragbringende Vermögenswerte. Beginnen Sie klein mit breit gestreuten ETFs oder anderen Anlagen, die Sie verstehen. Entdecken Sie unsere Themen.
- Machen Sie Verbindlichkeiten zu Vermögenswerten und lernen Sie weiter. Überprüfen Sie Ihren Plan alle paar Monate.
Kurzes Quiz: Testen Sie Ihre Einstellung zu Geld
1. Welche Frage sollten Sie sich vor einer größeren Anschaffung am besten stellen? „Wird das mein Vermögen vermehren oder aufzehren?“ Dieser eine Filter trennt Entscheidungen, die Vermögen aufbauen, von Verbindlichkeitsfallen.
2. Was davon ist ein Vermögenswert: ein finanzierter Neuwagen, eine Designeruhr oder ein ETF, der Dividenden zahlt? Der ETF. Er zahlt Ihnen etwas, während die anderen beiden Sie Geld kosten oder an Wert verlieren.
3. Sollten Sie zu 6 % investieren, während Sie einen Kredit zu 8 % abbezahlen? Nein. Einen Kredit mit 8 % zu tilgen ist eine garantierte „Rendite“ von 8 %, und wer zu 6 % investiert, während er 8 % zahlt, wird unterm Strich ärmer.
Das Fazit
Es geht nicht darum, jeden Cent umzudrehen oder sich die Dinge zu versagen, die Sie lieben. Es geht darum, überlegte, gesunde Entscheidungen beim Geld zu treffen. Wenn Sie sich nur eines merken, dann diese Frage vor jedem Kauf:
Ist es eine finanzielle Last oder ein Segen?
Bitte beachten: Investieren ist mit Risiken verbunden, einschließlich des Verlusts Ihres Kapitals. Frühere Wertentwicklungen sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Inhalte von Financial Testament dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Einige Links auf dieser Website sind Empfehlungslinks. Wenn Sie sich darüber anmelden, erhalten wir möglicherweise eine Provision oder einen Bonus, ohne dass Ihnen zusätzliche Kosten entstehen. Wir empfehlen nur Plattformen, die wir selbst genutzt oder geprüft haben.


